Landesweite Proteste in Italien gegen hohe Preise
Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot haben in Italien zahlreiche Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und für mehr Geld für Bildung demonstriert. An den Protesten in landesweit dutzenden Städten nahmen am Freitag unter anderem Schüler, Studenten, Arbeiter, Landwirte und Rentner teil. Die Gewerkschaft USB hatte zu einem Generalstreik aufgerufen.
In der Hauptstadt Rom und in der Millionenstadt Mailand begannen an den Hauptbahnhöfen Demonstrationszüge mit tausenden Teilnehmern. Die Demonstranten kritisierten steigende Mieten und Treibstoffpreise, aber auch steigende Verteidigungsausgaben. "Wir brauchen mehr Häuser und nicht mehr Bomben", riefen Protestierende in Rom.
Proteste gab es unter anderem auch in Bologna, Genua, Neapel und Turin, wo es zwischenzeitlich zu kleinere Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten kam. Größere Ausschreitungen blieben aber bis zum Mittag aus.
Vor zwei Wochen war es am Rande von Protesten in Turin zu schwerer Randale gekommen. Die Regierung der rechtsgerichteten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verschärfte daraufhin die Regeln für Demonstrationen und erleichterte die Festnahme von Minderjährigen. Sie setzt außerdem auf eine massive Polizeipräsenz bei Demonstrationen.
Auch in anderen europäischen Ländern gibt es Proteste gegen steigende Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungswesen. In Deutschland sind für Samstag nach einem Aufruf der Initiative "GenZ regelt" bundesweite Jugendproteste geplant. Junge Menschen wollen unter anderem für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben auf die Straße gehen, aber auch für mehr Klimaschutz, gegen Kürzungen im Sozialbereich sowie gegen Aufrüstung und mehr Überwachung.
In Frankreich werden am Samstag ebenfalls neue Proteste erwartet. Eine für Freitagabend geplante Protestveranstaltung der sogenannten Gelbwesten-Bewegung mit Kochtöpfen vor der Nationalversammlung in Paris wurde von den Behörden hingegen verboten. Die Aktionen sollten aber am Abend in anderen Städten stattfinden. In den vergangenen Wochen waren bei Protesten in Frankreich hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen. Vor zwei Wochen kam es dabei zu massiven Ausschreitungen.
C.Diez--HdM