Klingbeil nennt Angriffe auf Bas "unanständig" und rechnet mit AfD ab
Mit eindringlichen Worten hat SPD-Chef Lars Klingbeil die Angriffe auf seine zurückgetretene Ko-Parteichefin Bärbel Bas kritisiert. Bas sei "in Zeiten des persönlichen Leids und der persönlichen Trauer politischen Angriffen ausgesetzt" gewesen, sagte Klingbeil am Montag in Berlin. "Das ist unanständig und niemand in unserem Land sollte das ertragen müssen." Er beklagte auch, dass es "insbesondere die Frauen in herausgehobenen Führungspositionen", die so etwas immer stärker erleben müssten.
Bas hatte ihren Rücktritt als SPD-Ko-Chefin und Arbeitsministerin mit der Trauer nach dem Tod ihrer Stieftochter, aber auch mit "öffentlichen Angriffen" von Seiten des Koalitionspartners Union begründet.
"Bärbel Bas hat deutlich gemacht, dass jetzt Grenzen erreicht sind", sagte Klingbeil. "Wir brauchen eine Kultur des Streits, aber wir brauchen auch eine Kultur des Respekts - miteinander und voreinander." Er habe die Sorge, dass dieser Respekt verloren gehe und dass die Politik "auch immer mehr die Menschen verliert, die feinfühlig sind und die empathisch sind und die ehrlich sind". Gerade in Zeiten des Umbruchs und der Veränderung brauche es solche Menschen, die "mit den Menschen fühlen können, und erklären können, was wichtig ist".
In Richtung der AfD sprach Klingbeil vom "Kalkül der extremen Rechten", der es darum gehe, dass sich die demokratischen Kräfte "untereinander zerlegen" müssten. "Die politische Mitte muss zerstört werden, die Verletzungen müssen größer werden, die Gräben müssen tiefer werden und am Ende bleibt dann eben nur noch der Hass." Das wolle er nicht, betonte der SPD-Chef. Deswegen wünsche er sich, "dass wir als politische Mitte das zerstörerische Spiel der extremen Rechten nicht mitmachen, dass wir uns dem entgegenstellen und dass wir aufpassen in der politischen Mitte aufeinander".
U.Miranda--HdM