Ausschreitungen in Frankreich: Rathaus von Limoges in Flammen
Bei den Ausschreitungen am Rande der landesweiten Massenproteste in Frankreich ist das 143 Jahre alte Rathaus von Limoges in Flammen aufgegangen. Das markante Gebäude sei "zum großen Teil verloren", sagte am Samstagabend der zuständige Präfekt Maurice Barate der Nachrichtenagentur AFP. Es habe sich um eine "vorsätzliche Tat von Randalierern" gehandelt. Augenzeugen zufolge waren maskierte Demonstranten in das Rathaus der zentralfranzösischen Stadt eingedrungen, um Feuer zu legen.
"Das Dach ist auf die darunterliegenden Stockwerke gestürzt - mit Ausnahme des Westflügels", sagte Barate. "Zwei Drittel der Fassade sind bereits verschwunden." Der Brand sei eine "Katastrophe für das kulturelle Erbe" der Region und ganz Frankreichs.
In Frankreich hatten Gewerkschaften, Schüler, Studierende, Landwirte und andere Organisationen für Samstag zu einem Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem aufgerufen. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich 550.000 Menschen an den landesweiten Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 800.000 Teilnehmern.
Am Rande der Demonstrationen kam es an vielen Orten zu Gewalt und zu Auseinandersetzungen zwischen den Teilnehmern und der Polizei. In mehreren Städten standen Gebäude in Flammen, Rathäuser wurden beschädigt, Geschäfte geplündert, Tränengasschwaden lagen in der Luft. In Paris, wo laut Innenministerium 110.000 Menschen an den Protesten teilnahmen, wurden nach Angaben von Bürgermeister Emmanuel Grégoire ganze Straßen "methodisch verwüstet".
Nach Angaben des Innenministeriums wurden landesweit rund 400 Menschen festgenommen.
W.Hidalgo--HdM