Klaveness: FIFA-Kandidatur "kein wirkliches Thema" für mich
Norwegens Fußball-Verbandschefin Lise Klaveness (45) hat die Hoffnung der Europäer auf eine Alternative zu FIFA-Chef Gianni Infantino unterstrichen und vereinzelte Rufe nach einer eigenen Kandidatur zurückgewiesen. Ihr Verband habe international "eine Rolle gespielt, die nicht der effizienteste Weg ist, um Stimmen zu gewinnen", sagte Klaveness dem britischen Guardian: "Ich denke, wir haben uns sehr deutlich geäußert, deshalb glaube ich nicht, dass das diesmal für mich in Frage kommt, und es war auch kein wirkliches Thema für mich."
Allen voran hatte der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter für eine Klaveness-Kandidatur bei der Wahl im März 2027 geworben. Die Norwegerin, die Infantino seit Jahren kritisch gegenübersteht und für Reformen im Weltverband wirbt, will mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor dem Ende der Nominierungsfrist am 18. November aber eine andere Persönlichkeit ins Rennen schicken. "Es ist wirklich wichtig, einen Kandidaten zu haben, der gewinnen kann", sagte Klaveness: "Ich denke, es ist jetzt wichtig zu diskutieren, wer die Chance auf einen Sieg hat."
Die UEFA will Infantino stürzen, dieser erhält weltweit aber immer mehr Unterstützung. Afrika und Südamerika stehen auf Infantinos Seite, dies gilt zu großen Teilen auch für Asien und Ozeanien. Es erscheint sicher, dass die UEFA und CONCACAF nicht alle ihre Mitglieder hinter sich vereinen können. Einen Gegenkandidaten gibt es bislang nicht, die Europäer haben einzig ihre Kriterien für eine mögliche Infantino-Alternative benannt.
Die FIFA-Wahl in Rabat/Marokko sei "sehr politisch" geworden, Klaveness sprach daher auch von einem "Game of Thrones". Kandidaten bräuchten "eine Basis in verschiedenen Staatenbündnissen. Wir wissen nicht, wie sehr Infantino tatsächlich herausgefordert werden kann, solange es keinen solchen Gegenkandidaten gibt", sagte die frühere Nationalspielerin: "Aber es gibt sicherlich Leute, die ihn herausfordern können."
U.Miranda--HdM